Gras von Esther Gerritsten

Vater Frank-Peter und Tochter Christina blinzeln in die Campingsonne

Gras
Deutsche Erstaufführung
von Esther Gerritsen,
Deutsch von Eva Maria Pieper
Städt. Bühnen Münster

Das Stück
„Die Familie kann man sich nicht aussuchen, wir sind eine Familie und wir sind gemeinsam im Urlaub.“

Eine Familie fährt in den Urlaub – auf einen Campingplatz. Mutter, Vater, Tochter und Sohn. Die Tochter wohnt nicht mehr zu Hause. Aber sie hat sich überreden lassen mitzufahren.

Morgens: Die fürsorgliche Mutter Carola föhnt ihrem Sohn die Haare. Musikalische Probe auf dem Campingplatz. Carola:
Regiebesprechung: Andreas Robertz (Regie), Martina (Bühnenbild) und Britta (Regieassistentin) unterm Sonnenschirm Besprechung mit Regisseur Andreas Robertz und Souffleuse Sigrid Schnegelsiepen-Sengül. Philip (Sohn) hat keine Lust mehr.
Christina (Tochter) und Sigrid (Souffleuse) beim chillen auf dem Campingplatz.

Regie: Andreas Robertz
Bühne: Martina Toeberg
Kostüme: Ursina Zürcher
Dramaturgie: Michael Jezierny
Musik: Kai Niggemann

Darsteller:
Carola (Mutter): Carola von Seckendorff
Frank-Peter (Vater): Frank-Peter Dettmann
Christina (Tochter): Christina Weiser
Philip (Sohn): Philip Gregor Grüneberg

[tags]Städtische Bühnen Münster, Deutsche Erstaufführung, 2004[/tags]


Die Gespräche drehen sich um Alltäglichkeiten: die Campingnachbarn, Hunde, das Fischen, ein Bibelfreiluftmuseum, Sex, Lieblingsfarben, Kinder. Dazwischen: vermeintliche Alltagsstreitigkeiten. Der Sohn gräbt eine Grube. Niemand weiß wieso. Interessiert auch niemanden. Nur die Schwester, aber die bekommt keine Antwort. Sie kann das verstörte Verhalten ihres Bruders sowieso nicht ertragen, aber immer nimmt die Mutter ihren Sohn in Schutz. So gibt es ständig Streit zwischen Mutter und Tochter. Der harmoniebedürftige Vater versucht zu schlichten und sofort verbünden sich die beiden Frauen gegen ihn: „Wir streiten uns nicht! Wir nennen die Dinge bloß beim Namen!“ Schließlich aber kann die Familie die Sticheleien der Tochter nicht mehr ertragen und sie wird in den Wohnwagen gesperrt.

In knappen, intelligent gesetzten Dialogen lässt die Autorin ihre Figuren aneinander vorbei reden und unfreiwillig komisch familiäres Leben reflektieren. So beschreibt sie seltsam-grotesk und gleichzeitig beängstigend ernst die einem so vertraut erscheinenden Absurditäten des Familienalltags.

Die Autorin
Esther Gerritsen, 1972 geboren, hat an der Kunsthochschule in Utrecht studiert. Für das im Jahr 2000 am Het Syndicaat in Amsterdam uraufgeführte Stück „Gras“ hat sie den Niederländisch-Deutschen Jugendtheaterpreis „Kaas & Kappes“ gewonnen. Heute lebt sie als freie Autorin in Amsterdam und wird gerade von verschiedenen Bühnen als ungewöhnlich interessante Nachwuchsautorin entdeckt.

Premiere: 25. März 2004, Kleines Haus, Städt. Bühnen Münster.

Die Aufgabe:
In dem Stück Gras hat jede Figur ein eigenes Thema erhalten, teilweise sehr zurückhaltende und atmosphärische Musik, teilweise deutliche,hart-aggressive Klänge. Das Stück „Leise klingt die Abendglocke“, das die Mutter dem Sohn vorsingt,fasst in seinem Text die gesamte Tragik des Familiendramas zusammen. Aus diesem Stück entstand daher auch das Grundthema für das Theaterstück.

One thought on “Gras von Esther Gerritsten

  1. Würde gerne das Theaterstück Gras als Video sehen? Können Sie mir einen Tipp geben?

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